Gemeinsame Sorge für Asylbewerber

Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Personen in den Räumen der Erlöserschwestern in Würzburg


Würzburg (ruf) – Auch wenn die Zugänge an Asylbewerbern nicht mehr so groß sind wie im Jahr 2015, benötigt die Regierung von Unterfranken weiterhin Unterbringungskapazitäten für Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften.

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer freute sich deshalb in besonderem Maße, gemeinsam mit der Generaloberin der Kongregation der Schwestern des Erlösers Sr. Monika Edinger am Dienstag, dem 18.07.2017, einen Vertrag zur Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 60 Personen in der Ebracher Gasse 8 in Würzburg unterzeichnen zu können. Ebenfalls anwesend waren Prof. Dr. August Stich und der Geschäftsführer des Klinikums Würzburg Mitte (vormals Missionsärztliche Klinik Würzburg), Volker Sauer, das die medizinische Versorgung der Bewohner übernimmt.

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller betont dazu: „Die Erlöserschwestern engagieren sich bereits seit Jahren für asylsuchende und geflüchtete Menschen. Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt zu dieser wichtigen Zusammenarbeit, auch mit dem Klinikum Würzburg Mitte kommt. Den besonders Schutzbedürftigen wird ein neues Zuhause geschaffen. Hier erhalten sie im geschützten Umfeld mit viel Fürsorge die notwendige Unterstützung, die sie aufgrund ihrer Fluchterfahrungen so dringend brauchen. Den Erlöserschwestern gilt dafür mein herzliches vergelts Gott!“

Bereits in den vergangenen Jahren waren in den Räumen der Erlöserschwestern in Würz-burg bis zu 100 Personen der Erstaufnahmeeinrichtung Schweinfurt untergebracht. Schon von Anfang an wurde die Unterkunft hierbei mit Personen, die einen besonderen Betreuungsbedarf aufwiesen (Schwangere, alleinerziehende Mütter mit Kleinkindern, psychisch auffällige Personen, chronisch Kranke u.a.), belegt. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse haben nach Einschätzung aller Beteiligter gezeigt, dass der dauerhafte Bedarf einer derartigen Einrichtung in hohem Maße gegeben ist.

„Es ist uns ein Anliegen, eine Einrichtung für besonders schutzbedürftige Menschen errichten zu können. Deshalb bin ich den Schwestern des Erlösers sehr dankbar, dass wir mit ihnen einen Vertragspartner gewonnen haben, mit dem wir sehr zentral und im geschützten Rahmen des Klosters eine umfassende Betreuung anbieten können“, sagte Regierungspräsident Dr. Beinhofer bei der Vertragsunterzeichnung.

„Wir Schwestern des Erlösers, sowie unsere Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sind froh, dass wir auch weiterhin für die Menschen da sein können, die aufgrund ihrer Fluchterfahrung neben der medizinischen und psychosozialen Betreuung vor allem menschliche Präsenz brauchen. Unser Leitsatz ‚In Liebe für das Leben, damit Erlösung Wirklichkeit wird‘, bleibt damit nicht nur ein leeres Wort, sondern kann in die Tat umgesetzt werden. Die gute Zusammenarbeit mit der Regierung Unterfranken, dem Missionsärztlichen Institut und allen Beteiligten zeigt, was wir zum Wohl der schutzbedürftigen Menschen erreichen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, so Generaloberin Sr. Monika Edinger.

Die neue Gemeinschaftsunterkunft Würzburg Erlöserschwestern entsteht in einem Gebäudeteil des Klosters, welcher ehemals als Internat für die Fachakademie „St. Anna“ genutzt wurde. Die Erlöserschwestern richten dort auf drei Etagen insgesamt ca. 30 Wohneinheiten für bis zu 60 Personen ein. Ein Gemeinschaftsbereich sowie Küchen mit Essecke und Sanitärbereiche entstehen in allen Stockwerken.

Neben der Verwaltung der Gemeinschaftsunterkunft kümmern sich die Schwestern des Erlösers auch mit einem breiten Betreuungsangebot, wie z.B. psychosoziale Betreuung, Kinderbetreuung und tagesstrukturierende Angebote um die dort untergebrachten Menschen. Die medizinische Versorgung wird vom Klinikum Würzburg Mitte erbracht. Die Bewohner haben darüber hinaus Zugang zu den vielfältigen sozialen Einrichtungen der Stadt Würzburg.
Die Asylsozialberatung übernimmt die Caritas.
Mit dem Betrieb und der Belegung der neuen Gemeinschaftsunterkunft soll voraussichtlich ab November 2017 begonnen werden.

Hintergrund:
Die Kosten der Asylbewerberunterbringung trägt der Freistaat Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts.
Die Regierung von Unterfranken rechnet auch 2017 im Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte mit einem weiteren Bedarf von Unterkunftsplätzen in Unterfranken. Die dezentralen Unterkünfte werden demgegenüber sukzessive zurückgefahren (Stichwort: Umsteuerung).

Die Regierung von Unterfranken bittet in diesem Zusammenhang die betroffenen Kommunen und die Bevölkerung um Verständnis für die Zuweisung und Unterbringung von Asylbewerbern. Staat, Kommunen und Gesellschaft stehen hier in einer gemeinsamen Gesamtverantwortung. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer dankt daher den vielen sozial engagierten Institutionen und Einrichtungen und den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Belange der untergebrachten Asylbewerber einsetzen und damit die gemeinsame Sorge für die Asylbewerber ernst nehmen.



Hinweis: Aktuelle Zahlen zur Asylbewerberunterbringung in Unterfranken können im Internet auch unter https://www.regierung.unterfranken.bayern.de/regbezirk/02527/index.html abgerufen werden.

Fotos: Regierung von Unterfranken/Hardenacke
Quelle: Offizielle Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken zum Download